Ab wann ist ein Aktienmarkt-Crash ein Crash

Ab wann ist ein Aktienmarkt-Crash ein Crash

Kennst Du den Unterschied zwischen einer Kurskorrektur und einem Börsen-Crash?

Egal ob im Investment oder im Trading, die richtige Einordnung der Aktienmärkte, im speziellen eines Aktienmarkt-Crashs fällt vielen Marktteilnehmern nicht leicht. Häufig höre ich das Wort Börsen-Crash bereits nach einem ganz normalem 2 % Verlusttag im Index. Mit dem Wort Crash gehen wir heutzutage wesentlich inflationärer um, als es noch früher der Fall war.

Ich finde, wir sollten uns ein Stück weit besinnen und Abwärtsphasen an den Börsen wieder realistischer einordnen. Denn das eine ist ein Crash und das andere kann eine ganz normale Kurskorrektur sein. Es ist also durchaus wichtig – gerade als markttechnischer Trendtrader, aber auch als Investor – zu erkennen, ob ein Abwärtsimpuls bloß eine Korrektur ist oder ob es sich um einen tatsächlichen Börsen-Crash handelt.

Der Omikron-Crash erschüttert die Börsen

Schauen wir uns zunächst einmal das Aktienjahr 2021 an. Wie viele Börsen-Crashs gab es und wie viele Kurskorrekturen, also temporäre Kursrücksetzer?

Beginnen wir mit dem Omikron-Börsen-Crash im November 2021. Am 26. November erschütterte die Nachricht einer weiteren mutierten COVID-Virusvariante die Börsen weltweit. Es schien, als wenn der Kreislauf aus Lockdowns und Grenzschließungen erneut beginnen würde. Da muss die Wirtschaft doch einfach zusammenbrechen. Die Medien waren voll mit Hiobsbotschaften und die Nachrichtensendungen sprachen von großen Abverkäufen an den Börsen.

Tatsächlich reagierte der S&P 500 – der meiner Meinung nach wichtigste Aktienindex der Welt, bestehend aus den 500 größten US-amerikanischen Aktienunternehmen – mit einem Minus von etwas mehr als 2 %. Sieht so ein Börsen-Crash aus? Nein, nicht wirklich.

Allerdings ging es in den Tagen danach weiter bergab. Messen wir ausgehend vom Allzeithoch vom 22. November 2021 bei 4.741 Zählern bis zum Tiefpunkt der danach einsetzenden Abwärtsbewegung am 3. Dezember (das sind 5 Handelstage nach Bekanntwerden von Omikron) bei 4.492 Punkten, so verlor der S&P-Index in dieser Zeit um 5,24 % an Wert.

So viele Börsen-Crashs gab es 2021

Für mich ist das eine ganz normale Kurskorrektur in einem laufenden Aufwärtstrend. Ein Minus von 5 % in wenigen Handelstagen ist alles, nur kein Drama. In den verschiedenen Facebook-Aktiengruppen konnte ich dennoch eine gewisse Panik feststellen und zwar bereits am ersten „Omikron“-Tag. An solchen Tagen ist häufig zu beobachten, dass Emotionen wie Panik und Hoffnung vorherrschen. Klar, niemand verliert gerne Geld.

Im weiteren Chart habe ich alle Kursrücksetzer des Jahres 2021 einmal eingezeichnet und eines ist hier ganz schön zu erkennen: In 2021 gab es keinen einzigen Börsen-Crash und um ehrlich zu sein auch keine ausgeprägtere Kurskorrektur. Für mich ist alles unter 10 % Kursrücksetzer maximal eine Korrekturphase der Börsen und kein Crash.

Die Definition eines Börsen-Crashs

Für mich ist ein Börsen-Crash erst ein Crash, wenn die Indizes 20 % und mehr innerhalb kürzester Zeit verlieren. Denn ein Crash definiert sich nicht nur über den Kursverfall, sondern auch über die Geschwindigkeit, in der es geschieht. Ein richtiger Aktienmarkt-Crash kommt aus dem Nichts und endet häufig genauso wie er begonnen hat, nämlich vergleichsweise schnell.

Der komplette Corona-Aktienmarkt-Crash dauerte gerade einmal 5-6 Wochen. Eine ausgeprägte wirtschaftliche Rezession hingegen, die sich mit mehreren Crash-Phasen beschleunigt, dauert durchaus auch mal mehrere Jahre. Von 2000 bis Ende 2002 beispielsweise konnten wir so einen ausgeprägten Abwärtstrend der globalen Börsen beobachten. Hier verlor der S&P 500 satte 51 % an Wert, der DAX sogar 73 %.

Als letztes Chart-Bild habe ich Dir alle Börsen-Crashs, also Kursverluste größer 20 %, seit dem Jahr 2000 eingezeichnet.

Was bringt mir dieses Crash-Wissen?

Fakt ist natürlich, dass eine Kategorisierung in „Kurskorrektur“ oder „Börsen-Crash“ immer nur im Nachhinein einfach ist. Was bringen Dir nun also die ganzen Infos dieses Blog-Beitrags? Nun, ich für mich kann sagen, es lebt sich entspannter, mit dem Wissen, dass es gar nicht so oft zu einem echten lupenreinen Börsen-Crash kommt, wie allgemein immer gedacht wird. Mit diesem Wissen aus der Vergangenheit brauchen wir uns nicht jedes Mal Sorgen zu machen, denn sehr häufig handelt es sich lediglich um „kleinere“, temporärer Kurskorrekturen und nicht um einen Aktienmarkt-Crash.

Dein Mario Lüddemann

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